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Aktiv vs. Passiv: Definitionen und Beispiele

Erklärung4 Min.·Aktualisiert Mai 2024

Was ist der Unterschied zwischen Aktiv und Passiv?

Aktiv tritt auf, wenn das Subjekt eines Satzes die Handlung ausführt (z. B. 'Der Schüler schrieb den Aufsatz'). Passiv tritt auf, wenn das Subjekt die Handlung empfängt (z. B. 'Der Aufsatz wurde vom Schüler geschrieben'). Das Aktiv wird im akademischen Schreiben im Allgemeinen bevorzugt, da es direkter, prägnanter und klarer ist.

Vergleich: Aktiv vs. Passiv

MerkmalAktivPassiv
FokusDer HandelndeDer Empfänger der Handlung
SatzstrukturSubjekt + Verb + ObjektObjekt + 'werden' + Partizip II
WortanzahlMeist kürzer und prägnanterMeist länger und wortreicher
TonfallAutoritär und direktNeutral oder distanziert
KlarheitHoch; identifiziert, wer was getan hatNiedriger; kann den Handelnden verschleiern
Bester AnwendungsfallArgumentative und narrative AufsätzeWissenschaftliche Berichte oder Laborergebnisse

Das Aktiv verstehen

Im Aktiv folgt der Satz einem logischen Pfad: Akteur -> Handlung -> Empfänger. Diese Struktur spiegelt wider, wie wir Ereignisse natürlich beschreiben. Sie zwingt den Autor dazu, konkret zu benennen, wer oder was für eine Handlung verantwortlich ist. In einem Aufsatz lässt die Verwendung des Aktivs Ihre Behauptungen stärker und überzeugender wirken, da Sie Ideen und Handlungen klar bestimmten Quellen oder Subjekten zuordnen.

Das Passiv verstehen

Das Passiv verschiebt den Fokus auf die Person oder Sache, die von der Handlung betroffen ist. Der 'Handelnde' erscheint oft am Ende des Satzes nach dem Wort 'von' oder wird ganz weggelassen. Obwohl es oft als 'schwach' kritisiert wird, ist das Passiv ein legitimes Werkzeug, wenn der Akteur unbekannt, irrelevant oder weniger wichtig als die Handlung selbst ist. Es ist in den Methodenteilen von Forschungsarbeiten üblich, in denen der Prozess wichtiger ist als der einzelne Forscher.

Beispiele im akademischen Schreiben

Example
Vergleichen Sie, wie diese beiden Stile die Wirkung eines Satzes im Kontext eines Aufsatzes verändern:

**Beispiel 1: Literaturanalyse**
*   **Passiv:** Das Thema der Isolation wird von Mary Shelley in Frankenstein untersucht.
*   **Aktiv:** Mary Shelley untersucht das Thema der Isolation in Frankenstein.
*   *Anmerkung: Die aktive Version ist prägnanter und setzt die Autorin als primäre Akteurin der Analyse ein.*

**Beispiel 2: Historisches Argument**
*   **Passiv:** Der Vertrag wurde 1919 unterzeichnet, um den Konflikt zu beenden.
*   **Aktiv:** Die Führer der Alliierten unterzeichneten 1919 den Vertrag, um den Konflikt zu beenden.
*   *Anmerkung: Die aktive Version identifiziert die spezifischen historischen Akteure und fügt dem Argument notwendige Details hinzu.*

**Beispiel 3: Wissenschaftliche Berichterstattung**
*   **Passiv:** Die Lösung wurde auf 100 Grad Celsius erhitzt.
*   **Aktiv:** Wir erhitzten die Lösung auf 100 Grad Celsius.
*   *Anmerkung: In diesem Fall wird das Passiv im MINT-Bereich oft bevorzugt, um einen objektiven, unpersönlichen Ton zu bewahren.*

Tipp: Wie man das Passiv korrigiert

Um einen Passivsatz in einen Aktivsatz umzuwandeln, finden Sie die Person oder Sache, die die Handlung ausführt (die 'von'-Phrase), und setzen Sie diese an den Anfang des Satzes. Passen Sie dann das Verb entsprechend an. Wenn kein 'Handelnder' erwähnt wird, müssen Sie einen identifizieren. Ändern Sie zum Beispiel 'Die Daten wurden analysiert' in 'Die Forscher analysierten die Daten'. Diese einfache Umstellung reduziert oft die Wortanzahl und erhöht die Wirkung Ihres Textes.

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