Akademisch schreiben: So treffen Sie den richtigen Ton
Den akademischen Ton beherrschen
Um in einem akademischen Ton zu schreiben, müssen Sie Objektivität, Präzision und Formalität priorisieren. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie persönliche Voreingenommenheit entfernen, anspruchsvolles Vokabular wählen und Sätze so strukturieren, dass sie autoritativ wirken. Durch das Befolgen dieser Schritte verwandeln Sie lockere Beobachtungen in wissenschaftliche Argumente, die für die Abgabe auf Universitätsniveau geeignet sind.
Schritt 1: Personalpronomen und subjektive Voreingenommenheit entfernen
Beginnen Sie damit, Ihren Entwurf auf Personalpronomen der ersten Person wie „ich“, „mich“, „mein“, „wir“ und „unser“ zu überprüfen. Akademisches Schreiben konzentriert sich auf die Forschung und die Belege statt auf den persönlichen Weg des Autors. Anstatt zu sagen „Ich glaube, die Ergebnisse zeigen“, schreiben Sie „Die Ergebnisse legen nahe“. Diese Verschiebung schafft eine objektive Distanz, die Ihre Behauptungen allgemeingültiger und weniger wie eine persönliche Meinung erscheinen lässt. Vermeiden Sie ebenso die zweite Person („du“/„Sie“), da diese den Leser für eine formale Arbeit zu direkt anspricht. Konzentrieren Sie Ihre Sätze auf den Untersuchungsgegenstand, um eine wissenschaftliche Atmosphäre zu wahren.
Schritt 2: Abkürzungen und informelles Vokabular eliminieren
Schreiben Sie alle Kurzformen vollständig aus. Ändern Sie im Englischen „don't“ zu „do not“ und „can't“ zu „cannot“ (übertragen auf das Deutsche: vermeiden Sie Verschleifungen wie „gibt's“ oder „war's“). Ersetzen Sie darüber hinaus Umgangssprache und Slang durch formale Entsprechungen. Wörter wie „Sachen“, „Dinge“ oder „okay“ sind für den akademischen Diskurs zu vage. Verwenden Sie eine präzise Terminologie, die das von Ihnen besprochene Konzept spezifisch beschreibt. Wenn Sie merken, dass Sie „wirklich“ oder „sehr“ verwenden, ersetzen Sie die gesamte Phrase durch ein aussagekräftigeres Adjektiv. Verwenden Sie zum Beispiel statt „sehr groß“ lieber „erheblich“ oder „immens“.
Schritt 3: Phrasal Verbs durch Einzelwort-Alternativen ersetzen
Phrasal Verbs (ein Verb plus eine Präposition) wie „look into“, „check out“ oder „bring up“ sind in der gesprochenen Sprache üblich, gelten aber im Schriftlichen als informell. Um einen akademischen Ton zu erreichen, verwenden Sie präzisere Verben (oft lateinischen Ursprungs), die prägnanter und professioneller wirken. Ersetzen Sie „find out“ durch „discover“ (entdecken), „go over“ durch „examine“ (untersuchen) und „set up“ durch „establish“ (etablieren). Diese Einzelwort-Alternativen verleihen Ihrer Prosa eine schärfere, autoritativere Note und tragen oft eine spezifischere Bedeutung, die Mehrdeutigkeiten für Ihre Leser reduziert.
Schritt 4: Vorsichtige Sprache verwenden (Hedging)
Der akademische Ton erfordert intellektuelle Redlichkeit, was bedeutet, die Grenzen Ihrer Daten anzuerkennen. Vermeiden Sie Verallgemeinerungen wie „immer“, „nie“ oder „beweist“. Verwenden Sie stattdessen einschränkende Verben und Adverbien wie „legt nahe“, „scheint“, „wahrscheinlich“ oder „möglicherweise“. Dies macht Ihren Schreibstil nicht schwach; vielmehr macht es ihn glaubwürdiger, da es zeigt, dass Sie verstehen, dass Forschung selten endgültig ist. Anstatt beispielsweise zu sagen „Diese Politik verursacht Armut“, schreiben Sie „Diese Politik könnte zu erhöhten Armutsraten beitragen“.
Akademischer Ton in der Praxis
Vergleichen Sie diese beiden Versionen desselben Arguments, um zu sehen, wie der Ton die Wirkung des Geschriebenen verändert: `Informell: Ich glaube, dass der neue Plan der Regierung nicht funktionieren wird, weil er nicht genug Geld hat und die Leute darüber wütend sein werden.` `Akademisch: Die vorgeschlagene Regierungsinitiative erscheint aufgrund unzureichender Finanzierung nicht tragfähig; darüber hinaus könnte der öffentliche Widerstand ihre Umsetzung behindern.` **Anmerkungen:** - „Ich glaube“ wurde entfernt, um die **Objektivität** zu erhöhen. - „nicht funktionieren wird“ und „nicht genug“ wurden zu „erscheint nicht tragfähig“ und „unzureichend“ präzisiert. - „wütend“ wurde durch „öffentlicher Widerstand“ ersetzt, um die **Formalität** zu wahren. - Verwendung eines Semikolons und „darüber hinaus“ für einen besseren **Satzfluss**.
Häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt
Vermeiden Sie diese Fallstricke, die Ihre akademische Glaubwürdigkeit untergraben können:
- Übermäßiger Gebrauch des Passivs: Während das Passiv in den Naturwissenschaften üblich ist, kann ein zu häufiger Gebrauch Ihren Schreibstil wortreich und verwirrend machen. Verwenden Sie es nur, wenn der Handelnde unbekannt oder irrelevant ist.
- Klischees und Redewendungen: Phrasen wie „am Ende des Tages“ oder „unterm Strich“ haben in formalen Essays nichts zu suchen.
- Emotionale Appelle: Vermeiden Sie Ausrufezeichen oder wertende Wörter wie „schrecklich“, „wunderbar“ oder „ekelhaft“, um Ihren Standpunkt zu verdeutlichen.
- Rhetorische Fragen: Stellen Sie dem Leser keine Fragen; liefern Sie die Antworten durch evidenzbasierte Aussagen.
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