Kann man in einer wissenschaftlichen Arbeit 'Ich' verwenden?
Die kurze Antwort
Quick answer
Sie können 'Ich' in einer wissenschaftlichen Arbeit verwenden, wenn Ihr Fachgebiet oder Ihr Dozent es erlaubt. Während traditionelles akademisches Schreiben die dritte Person bevorzugte, um Objektivität zu wahren, ermutigen moderne Stile wie APA und MLA jetzt Pronomen der ersten Person, um spezifische Handlungen des Forschers zu beschreiben oder persönliche Argumente zu verdeutlichen.
Erste Person vs. dritte Person in der Forschung
Vergleich der Verwendung
<table><thead><tr><th>Dimension</th><th>Erste Person (Ich/Wir)</th><th>Dritte Person (Der Forscher)</th></tr></thead><tbody><tr><td>Ziel</td><td>Handlungsfähigkeit und Klarheit zeigen</td><td>Objektivität betonen</td></tr><tr><td>Tonfall</td><td>Direkt und aktiv</td><td>Formal und distanziert</td></tr><tr><td>Belege</td><td>Persönliche Beobachtung oder Handlung</td><td>Externe Daten und Quellen</td></tr><tr><td>Struktur</td><td>Aktiv</td><td>Passiv wird oft verwendet</td></tr><tr><td>Fachpräferenz</td><td>Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften</td><td>Naturwissenschaften (traditionell)</td></tr><tr><td>Am besten geeignet für</td><td>Methodik und Diskussion</td><td>Literaturübersicht und Ergebnisse</td></tr></tbody></table>
Wann die erste Person verwenden
Die Verwendung von 'Ich' ist am effektivsten, wenn Sie Ihre eigenen Handlungen oder Erkenntnisse von denen anderer Wissenschaftler unterscheiden müssen. Es wird häufig im Methodikteil verwendet, um zu erklären, was Sie getan haben, oder im Diskussionsteil, um Ihre spezifische Interpretation der Daten zu erläutern. Es verhindert das 'Autoren-Wir' und macht den Text prägnanter, indem es umständliche Passivkonstruktionen vermeidet.
Wann die erste Person vermeiden
Vermeiden Sie die Verwendung von 'Ich', wenn Sie Fakten darlegen, die für sich selbst stehen sollten. Formulierungen wie 'Ich denke' oder 'Ich glaube' können Ihr Argument sogar schwächen, indem sie es wie eine subjektive Meinung und nicht wie eine evidenzbasierte Schlussfolgerung klingen lassen. In der Einleitung oder der Literaturübersicht sollte der Fokus auf dem Thema oder der bestehenden Forschung bleiben, nicht auf der Person, die die Arbeit schreibt.
Beispiele für erste Person vs. dritte Person
Vergleichen Sie diese beiden Arten, dieselbe Forschungshandlung zu beschreiben: **Erste Person (bevorzugt für Klarheit):** 'Ich habe fünfzehn Teilnehmer interviewt, um ihre Ernährungsgewohnheiten zu ermitteln.' *Anmerkung: Dies ist klar und identifiziert genau, wer die Handlung ausgeführt hat.* **Dritte Person (traditionell/Passiv):** 'Fünfzehn Teilnehmer wurden interviewt, um ihre Ernährungsgewohnheiten zu ermitteln.' *Anmerkung: Dies ist formeller, verbirgt aber den Handelnden, was manchmal zu Mehrdeutigkeiten führen kann.*
Tipps zur Wahl Ihrer Perspektive
Befolgen Sie diese Richtlinien, um sicherzustellen, dass Ihr Tonfall akademisch bleibt:
1. Überprüfen Sie Ihren Styleguide. Die 7. Auflage des APA-Stils und die 9. Auflage des MLA-Stils sind im Allgemeinen offener für 'Ich' als ältere Versionen.
2. Verwenden Sie 'Ich' für Handlungen. Verwenden Sie es, um zu beschreiben, was Sie getan haben (z. B. 'Ich habe berechnet'), und nicht, was Sie fühlen.
3. Vermeiden Sie 'Ich denke'. Wenn Ihre Beweise stark sind, müssen Sie sie nicht mit einem persönlichen Haftungsausschluss qualifizieren.
4. Seien Sie konsistent. Wechseln Sie nicht innerhalb desselben Absatzes zwischen erster und dritter Person, es sei denn, es gibt einen klaren Grund dafür.
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